Viele Eigentümer ab 65 sitzen auf einem Vermögen, das sie nicht ausgeben können: Das Haus ist viel wert, aber die Rente knapp. Die Werbung verspricht Lösungen – „Teilverkauf", „Immobilien-Leibrente", „Verrentung". Was steckt dahinter, und wo liegen die Haken? Ein nüchterner Überblick.
Option 1: Klassischer Verkauf und Umzug
Die wirtschaftlich meist sauberste Lösung: Sie verkaufen zum vollen Marktwert und ziehen in eine kleinere Wohnung, betreutes Wohnen oder näher zur Familie. Sie erhalten den kompletten Erlös sofort, ohne laufende Entgelte oder Abschläge. Der Nachteil ist emotional: Sie geben Ihr Zuhause auf. Ob sich das rechnet, hängt an einer Zahl – dem tatsächlichen Marktwert. Den Ablauf beschreibt unser Leitfaden Haus verkaufen in Bremen.
Option 2: Teilverkauf – flexibel, aber teuer
Beim Teilverkauf verkaufen Sie einen Anteil (häufig bis 50 %) an einen Anbieter und bleiben wohnen. Klingt attraktiv, hat aber gleich mehrere Kostenebenen:
- Nutzungsentgelt: Für den verkauften Anteil zahlen Sie ein laufendes, meist mietähnliches Entgelt – oft mit Anpassungsklauseln.
- Instandhaltung: Die tragen in der Regel weiterhin Sie allein – auch für den verkauften Anteil.
- Abwicklungsentgelt beim Gesamtverkauf: Viele Anbieter berechnen später zusätzlich ein Durchführungsentgelt und sichern sich Mindesterlöse ab.
Verbraucherschützer und Aufsichtsbehörden mahnen hier regelmäßig zu genauem Rechnen. Wer einen Teilverkauf erwägt, sollte vorher den vollen Marktwert unabhängig ermitteln lassen – sonst verhandelt der Anbieter auf Basis seiner eigenen Bewertung.
Option 3: Leibrente – Sicherheit gegen Abschlag
Bei der Immobilien-Leibrente verkaufen Sie ganz, erhalten ein lebenslanges Wohnrecht (im Grundbuch gesichert) und eine monatliche Rente oder Einmalzahlung. Der Preis dafür: Wohnrecht und Rentengarantie werden vom Kaufpreis abgezogen – unterm Strich erhalten Sie deutlich weniger als den Marktwert. Dafür sind Instandhaltungsrisiken je nach Vertrag beim Käufer und das Modell ist gut abgesichert, wenn es sauber beurkundet wird.
Option 4: Kredit statt Verkauf
Oft übersehen: Eine abbezahlte Immobilie ist beleihbar. Ein klassisches Bankdarlehen oder ein Modernisierungskredit kann günstiger sein als jedes Verrentungsmodell – erfordert aber Kapitaldienstfähigkeit, die Banken im Alter unterschiedlich bewerten.