Als Plattform, die auch Makler vermittelt, könnten wir Ihnen den Privatverkauf schlechtreden. Tun wir nicht – er kann funktionieren. Aber wir sagen Ihnen ehrlich, was er erfordert und wo die typischen Verlustquellen liegen. Danach entscheiden Sie selbst.
Was Sie sparen – und was es kostet
Seit der Provisionsreform (§§ 656c/d BGB) wird die Maklerprovision beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Wohnungen an Verbraucher üblicherweise zwischen Verkäufer und Käufer geteilt. Beim Privatverkauf sparen Sie Ihren Anteil – regional meist im Bereich einiger Prozent des Kaufpreises. Dem stehen gegenüber: eigene Inseratskosten, professionelle Fotos, Ihre Arbeitszeit (realistisch 50–100+ Stunden) und vor allem das Fehlerrisiko bei Preis und Verhandlung, das schnell mehr kostet als jede Provision.
Die fünf Aufgaben, die Sie übernehmen
- Preisfindung: Die häufigste Verlustquelle. Zu hoch = Objekt „verbrennt", zu niedrig = verschenktes Vermögen. Lösung: fundierte Werteinschätzung oder Kurzgutachten mit Ortsbesichtigung als neutrale Basis.
- Unterlagen & Pflichten: Grundbuch, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, gültiger Energieausweis mit Pflichtangaben schon im Inserat – Fehler hier sind bußgeldbewehrt.
- Vermarktung: Exposé, Fotos (siehe Home Staging), Portalpflege, Anfragenfilterung – inklusive Besichtigungstourismus und unseriösen Interessenten.
- Verhandlung: Käufer wissen, dass Privatverkäufer Provision sparen – und fordern den Vorteil gern für sich ein. Die Gegenstrategien: Preisverhandlung führen.
- Käuferprüfung & Abwicklung: Finanzierungsbestätigung prüfen, Notartermin koordinieren, Übergabe protokollieren – und rechtssicher über Mängel aufklären (arglistiges Verschweigen kann Jahre später Schadensersatz kosten).
Wann der Privatverkauf gut funktioniert
- Gefragte Lage, gängiger Objekttyp, keine Besonderheiten (kein Erbbau, kein Nießbrauch, kein Denkmal)
- Sie haben Zeit, Verhandlungsroutine und emotionale Distanz zum Objekt
- Es gibt bereits einen konkreten Kaufinteressenten (Nachbar, Mieter, Familie) – dann fehlt nur die neutrale Preisbasis
Wann der Profi sich rechnet
- Erklärungsbedürftige Objekte (Erbbau, Nießbrauch, Denkmal, vermietet)
- Konfliktlagen: Erbengemeinschaft, Trennung – ein neutraler Dritter entschärft
- Distanz: Sie wohnen weit weg oder können Besichtigungen zeitlich nicht stemmen
- Schwieriger Markt: Wenn Objekte liegen bleiben, entscheidet professionelle Vermarktung über Monate und Prozente